die Welszucht

Die Zucht in Aquakultur-Kreislaufanlagen

Da der afrikanische Wels ein „genügsamer“ Fisch ist, eignet er sich in unseren Breitengraden für die Zucht in Warmwasser-Aquakulturkreislaufanlagen. Dadurch kann eine artgerechte Aufzucht, eine umweltschonende und nachhaltige Produktion garantiert werden. Die Zucht, die Verarbeitung und die Futterverwendung können einfach und eindeutig zurück verfolgt werden. Somit wird der Wels zum einem echten regionalen Produkt.

 

Prinzip der Kreislaufanlage

Das Grundprinzip der Aquakulturkreislaufanlage liegt darin, dass das Kreislaufwasser gereinigt und wieder verwendet wird, was ein hohes Einsparungspotential an Wasser und Energie bringt. In der Kreislaufanlage wird das Anlagenwassser also ständig gereinigt und wieder verwendet. Die Kreislaufanlage ist ein komplett geschlossenes System. Die Abfallprodukte – nicht löslicher Abfall, Ammonium und Kohlendioxid werden entweder entfernt oder in unschädliche Stoffe in der Anlage umgewandelt. Das gereinigte Wasser wird mit Sauerstoff angereichert und fließt in die Becken zurück.

DSC01481_1Um eine gute Wasserreinigung gewährleisten zu können, besteht die eingesetzte Kreislaufanlage aus verschiedenen Komponenten mit speziellen Funktionen:

  • Entfernen von Feststoffen (Schmutz, Futterreste)
  • Entfernen von gelösten organischen Stoffen
  • Umwandlung von Ammonium in Nitrat
  • Entfernen von Kohlendioxid und Zugabe von Sauerstoff

Die Kreislaufanlage besteht aus folgenden Komponenten:

  1. Fischbecken
  2. Sedimentationsbecken
  3. Pumpbecken
  4. Bioturm
  5. Sammelbecken
  6. Wassererwärmung
  7. Kreislaufpumpe

Sedimentationsbecken:

Das Wasser aus den Fischbecken fließt zuerst in das Sedimentationsbecken. In diesem Becken werden die Abfallfeststoffe mittels Schwerkraft aus dem Systemwasser genommen. Der Sedimentationstank ist mit speziell geformten Kunststofffilterkörpern ausgestattet. Diese spezielle Form hält die Feststoffe am Boden des Beckens zurück. Diese Feststoffe sind biologisch aktiv. Bis zu 60% des Nitrates, welches im Biofilter erzeugt wird, werden von den Bakterien der Feststoffe in Stickstoffgas umgewandelt. Das Sedimentationsbecken muss regelmäßig gereinigt werden.

UV (Ultraviolettes Licht) Filter:

Im Pumpbecken sind zwei UV Filter eingebaut. UV hat eine positive antibakterielle Wirkung und einen positiven Effekt auf die Wassertransparenz.

Bioturm:

Vom Pumpbecken wird das Systemwasser in den Bioturm gepumpt. Der Biofilter ist ca. 3 – 4 m hoch und besteht aus speziell geformten Kunststofffilterblöcken, die für die Biofiltration geeignet sind. An der Spitze des Bioturms wird das Wasser mittels Sprühdüsen über die Filterblöcke verteilt. Das Wasser läuft durch die Filterblöcke in das Sammelbecken. Ein Biofilm aus Nitrifikanten bildet sich auf der Oberfläche der Filterblöcke. Diese Bakterien wandeln das für Fische giftige Ammonium in Nitrat um. Zusätzlich wird Kohlendioxid aus dem Systemwasser entfernt und das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Da im Bioturm aerobe Bakterien angesiedelt sind, wird der Bioturm belüftet. Die Belüftung erfolgt auf Basis einer kontrollierten Be-, und Entlüftung. Die kalte Zuluft wird durch die warme Abluft erwärmt. Diese sinnvolle Energienutzung ist umweltschonend.

Anschließend fließt das Wasser zurück in die Fischbecken und der Kreislauf beginnt von neuem.

 

Ablaufschema:

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